Zur ersten Ausgabe von TABULA RASA:

Bernd Villhauer

Wir, die wir dieses Blatt herausgeben wollen, versuchen mit ihm an Traditionen anzu­knüpfen, die abgerissen zu sein scheinen. Wir wollen ein Forum für Kritik und Reflexion bieten, das nicht von den Aufgeregtheiten des Tagesgeschehens und den aller­neusten Moden beherrscht wird. Es sollen Texte gesammelt werden, die Zeit und Muße erfordern, weil in ihnen nicht kurzatmig Stellung bezogen, sondern ernsthaft nach­gedacht wird.

Um Philosophie soll es gehen. TABULA RASA wird Buchbesprechungen, Personen­dar­stellungen, Essays und Meinungen zur Philosophie der Gegenwart und der Vergangenheit veröffentlichen.

Die oben angesprochenen Traditionen werden an einem Ort wie Jena vielleicht mehr als belastend empfunden. Aber wenn man nicht strenge Maßstäbe auf sein Tun anwendet, wird man womöglich nicht einmal das Mäßige erreichen.

Und zumindest das, das Mäßige, das Regelmäßige und Verläßliche, können wir unseren Lesern anbieten, um irgendwann einmal mit dem Maßgeblichen zu tun zu bekommen.

Wichtig ist, daß philosophisch Meinung vertreten, Flagge gezeigt wird und keine Aller­weltsansichten zum hundertsten Male herumgereicht werden. Wer bereit ist, als Person aufzutreten und ins philosophische Gespräch einzusteigen, der wird uns willkommen sein.

Diese erste Ausgabe ist (formal wie inhaltlich) noch provisorisch. Die Band­breite der Bei­träge, die aus verschiedensten Bereichen stammen, zeigt, daß ein notwendiger Selbst­findungsprozeß jetzt beginnt.

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